Rufnummer 030 – 610 80 41 98

Presserat lehnt Beschwerde gegen Spiegel wegen Wikileaks Exklusiv-Geschichte ab

Veröffentlicht von Tim Hoesmann am

Der Deutsche Presserat hat eine Beschwerde gegen den Spiegel wegen der exklusiven Berichterstattung und dem Zugang zu den geheimen Wikileaks Dokumenten abgelehnt.

Eine Journalistin hatte sich beim Deutschen Presserat über diese Berichterstattung beschwert, der Spiegel einen exklusiven Zugang zu den Dokumenten hatte und dadurch eine Monopolstellung einnehme.
Hintergrund waren die Enthüllungen von geheimen oder vertraulichen Dokumenten des amerikanischen Außenministeriums über die Webseite von Wikileaks.


Der Spiegel, die New York Times, der Guardian, El Pais und Le Monde hatten diese Dokumente exklusiv von Wikileaks vor der Veröffentlichung erhalten.
Die Journalistin monierte, dass andere Journalisten mangels Zugang zu den Unterlagen nicht berichten haben können. Das Magazin entgegnete mit dem Hinweis darauf, es weder zur Bedingung für eine Zusammenarbeit mit Wikileaks gemacht, noch darauf gedrängt zu haben, dass andere Medien vom Zugang zu den Unterlagen ferngehalten werden sollten.

Der Beschwerdeausschuss des Presserates hat die Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen. Der Presserat macht in seiner Begründung deutlich, dass der Spiegel nicht gegen diese Richtlinie verstoßen hat, da das Angebot, Unterlagen exklusiv zu erhalten, von Wikileaks kam. Der Kodex kann einem Informanten – hier Wikileaks – nicht vorschreiben, dass er sich mit seinem Material an mehrere Redaktionen wenden muss. Dass der Spiegel dieses Angebot – wie auch die anderen Zeitungen im Ausland – angenommen hat, kann man der Zeitschrift nicht vorwerfen. Jede Redaktion, die exklusive Informationen erhalten kann, wird diese auch nutzen, um eine Exklusiv-Geschichte zu veröffentlichen. Ausschlaggebend ist vielmehr, dass nicht die Redaktion diejenige ist, die einem Informanten die Infos als Exklusivmeldung abkauft und damit ein Informationsmonopol anstrebt.

Quelle: Presserat