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Rolf Sachsse – Bildjournalismus heute

Sachsse, Rolf, Bildjournalismus heute – Beruf, Ausbildung, Praxis, München 2003
List Verlag, ISBN 3-471-77269-3

Rolf Sachsse ist Professor für Fotografie und seit 1993 auch für elektronische Bildmedien an der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld, Fachbereich Design.

Sein 2003 geschriebenes Buch, welches mit nur kleinen Einschränkungen auch noch heute aktuell ist, wendet sich sowohl an Berufseinsteiger, wie auch an Bildjournalisten selbst. Das Buch ist klar gegliedert und lässt sich sowohl als Nachschlagewerk, wie auch als „Lesebuch“ nutzen. Den Spagat, sich sowohl an Profis, wie auch an Laien zu richten, gelingt über weite Strecken; aber natürlich fehlt es dem Profi an manchen Punkten an mehr Tiefe und dem Laien werden einige Punkte zu abstrakt vorkommen.

Im ersten Kapitel beschreibt Sachsse das Berufsbild des Bildjournalisten. Hier zeigt er deutlich auf, dass die „goldene“ Zeit für Bildjournalisten vorüber ist und durch die fortschreitende Technisierung, Stichwort Digitalkameras, das klassische Berufsbild des Bildjournalisten einem Wandel unterworfen ist. Damit wird insbesondere für angehende Bildjournalisten ein Teil der „Romantik“ genommen.

In den folgenden Kapiteln geht Sachsse auf die verschiedenen Facetten des Berufes ein. Er zeigt in einem extra Kapitel die verschiedenen Wege auf, welche zu einem Bildjournalisten führen können. Gut ist hier, dass er trotz seines universitären Hintergrund auch die alternativen Wege aufzeigt.

Das Kapitel das Bild geht neben der Beschreibung möglicher Aufnahmeszenarien auch auf die journalistische Seite des Berufes ein; mit der heutigen Digitaltechnik vergessen viele leider, dass sie auch den journalistischen Rechten und Pflichten unterworfen sind. In dem Kapitel „Recht“ wird dieser Aspekt vertieft. Dieses ist an einigen Stellen etwas unscharf, was aber auch der knappen Darstellung und der Kürze des Kapitels geschuldet ist.

Im Bereich „Geschäft“ fehlt es leider an konkreten praktischen Tipps für Neulinge. So erschöpft sich der Sachsse auf den Hinweis, sich im Vorfeld bei Veranstaltungen zu akkreditieren. Wo und wie ich als freier Bildjournalist im Vorfeld etwas erfahren kann, bleibt Sachsses Geheimnis. Ebenso fehlt es an praktischen Tipps für den Umgang mit Geld. Gerade für Freie ist eine ordentliche Planung und Buchhaltung sehr wichtig.

Sehr löblich ist die jedoch starke Einbindung des Internets hervor zu heben. Auf durch die Webseite des Buches „http://www.journalistische-praxis.de“ erhält der Leser die Möglichkeit, Themen zu vertiefen. Zudem befinden sich am Ende eines jeden Kapitel weiterführende Literaturtipps.

Das Buch wird abgerundet durch eine ganze Anzahl von Mustertexte, wie zum Beispiel AGBen oder auch ein Model Release Vertrag.

Insgesamt gelinkt Sachsse ein guter und vollständiger Überblick über das Berufsbild des Bildjournalisten. Das Buch ist sowohl für Einsteiger als erste Informationsquelle, wie auch für Bildjournalisten, welche mal schnell etwas nachschlagen wollen, geeignet.

Tim M. Hoesmann, Rechtsanwalt (August 2008)