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Kino.to offline – Polizei schließt Streamingseite

Veröffentlicht von Rechtsanwalt Hoesmann am

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat am 08. Juni 2011 einen konzertierten Schlag gegen das größte deutschsprachige Filmraubkopienportal „kino.to“ geführt.
Zahlreiche Wohnungen und Geschäftsräume wurden durchsucht, mehrere Personen verhaftet und die Domain kino.to beschlagnahmt.

Unter Leitung der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) vollzogen Polizeikräfte in Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden Razzien in zahlreichen Wohn- und Geschäftsräumen. Allein in Deutschland durchsuchten über 250 Polizisten und Steuerfahnder sowie 17 Datenspezialisten bundesweit zeitgleich über 20 Wohnungen und Geschäftsräume und Rechenzentren.
Insgesamt 13 Personen wurden verhaftet. Nach einer Person wird noch gefahndet. Nach Angaben von spiegel online sollen bis zu siebenstellige Erlöse über die Webseite erzielt worden sein.

Interessant ist, dass die Polizei auch die Domain „kino.to“ beschlagnahmt hat und auf dieser nun einen Warnhinweis geschaltet hat.

Neben der Domain wurden auch mehrere Streamhoster, bei denen die auf den Portalen verlinkten Raubkopien abgelegt sind, von den Behörden vom Netz genommen. Anlass der Maßnahme ist der „Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen“, wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden in ihrer Presseinformation mitteilt.

Das aktuelle Verfahren hat mit einem Strafantrag der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) vom 28. April 2011 begonnen.
Vorausgegangen waren jahrelange Vorermittlungen dieser Organisation. Deren Erkenntnissen zum System „kino.to“ deuten auf ein arbeitsteiliges parasitäres Geschäftsmodell hin, welches auf Grundlage von systematischen Verletzungen von Urheber- und Leistungsschutzrechten einzig zu dem Zweck etabliert wurde, allen Beteiligten dauerhafte Einkünfte aus illegalen Profiten zu verschaffen. Dabei verweisen Indizien auf eine enge Verflechtung von mehreren Streamhostern mit der Portalseite kino.to. Weitere Anhaltspunkte begründen zudem den Anfangsverdacht, dass zumindest einige dieser Speicherdienste für direkt abspielbare Filmraubkopien-Dateien aktiv zum Funktionieren des Systems „kino.to“ beitragen oder sogar eigens zu diesem Zweck gegründet und von den Verantwortlichen der Portalseite www.kino.to selbst betrieben wurden. Erhebliche Einnahmen kann das System „kino.to“ dabei nach GVU-Analysen über wiederholte Werbeeinblendungen auf der Portalseite www.kino.to und auf den Eingangsseiten der Hoster sowie über den Verkauf von Premium-Zugängen für Intensiv-Nutzer der Hoster generieren.

Lesen Sie die Stellungnahme von Rechtsanwalt Hoesmann, ob die Nutzer eine Verfolgung zu fürchten haben.

Quelle: GVU, spiegel online, kino.to


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