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Bild wehrt sich gegen Rüge

Veröffentlicht von Rechtsanwalt Hoesmann am

Die Bild-Zeitung wehrt sie sich gegen eine Rüge des Presserats und fordert ihre Leser auf, sich im Namen der Bild-Zeitung beim Presserat über die Rüge zu beschweren.  Hintergrund ist eine Berichterstattung über einen Gerichtsprozess gegen einen Kindesentführer, wobei die Bild-Zeitung das Bild des Entführers ungepixelt zeigt.
Die Bild-Zeitung ist der Ansicht, dass ein Recht der Öffentlichkeit daran besteht, die Identität des Kindesentführers zu zeigen.
Der Pressekodex, in welchem die ethischen Regeln einer Berichterstattung niedergelegt sind, sagt im Gegensatz dazu, dass vor einer Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt und insbesondere bei der Berichterstattung über Strafverfahren die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten zu wahren sind.


Dies bedeutet, dass im Rahmen einer Berichterstattung immer wieder die Abwägung zwischen dem Persönlichkeitsrecht des Angeklagten und dem Interesse der Öffentlichkeit gemacht werden muss.Nur bei einem überragenden Interesse der Öffentlichkeit darf die Identität des Angeklagten offenbart werden.
Es kommt immer wieder zu Streitigkeiten, wann ein solches überragendes Interesse der Öffentlichkeit besteht. Regelmäßig wird dem Persönlichkeitsrecht des Angeklagten ein höheres Recht eingeräumt.So ist es Aufgabe der Presse zu berichten und zu informieren, nicht aber, Menschen an den medialen Pranger zu stellen. Daher wendet sich der Presserat und auch die Gerichte immer wieder gegen eine Berichterstattung, die die Persönlichkeitsrechte verletzten.
Hintergrund: http://www.bild.de/news/inland/presserat/bild-geruegt-19170094.bild.html